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(LOZ). Anzahl der gemeldeten Infektionen im ersten Halbjahr überseigt bereits die des gesamten letzten Jahres – nicht geimpfte Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet – es wird darum empfohlen, verstärkt auf Hygiene zu achten

Die Zahl der Rotavirus-Infektionen ist in der ersten Jahreshälfte in Schleswig-Holstein nach oben geschnellt. Auch im Herzogtum Lauenburg sind im Vergleich zu den letzten Jahren überdurchschnittlich viele Fälle dem Robert Koch-Institut gemeldet worden. Darauf weist die Krankenkasse IKK classic hin. Sie hat die amtliche Statistik für meldepflichtige Infektionskrankheiten genauer betrachtet.

„Insgesamt wurden bis Mitte Juni 2017 im Herzogtum 141 Infektionen mit dem Rotavirus ärztlich festgestellt, im gesamten Jahr 2016 waren es 94 Fälle, 2015 nur 80“, erläutert Peter Rupprecht von der IKK classic die vorliegenden Daten. „Vermutlich ist die Zahl der erkrankten Personen sogar höher, weil nicht jeder Betroffene zum Arzt gegangen ist.“

Ursache und Wirkung

Das Rotavirus ist die weltweit häufigste Ursache für schwere Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kindern. Es ist hochansteckend und wird leicht übertragen. Auch Erwachsene können sich mit dem Virus infizieren. Durch den starken Durchfall, verlieren die Patienten viel Flüssigkeit. Das ist besonders für kleine Kinder gefährlich. In Deutschland werden jährlich rund 2.000 Babys und Kleinkinder wegen Rotaviren im Krankenhaus behandelt.

Am häufigsten wird das Virus als fäkal-orale Ansteckung übertragen. Als Infektionsquelle dienen verunreinigte Lebensmittel oder Gegenstände. Weil Kleinkinder häufig Sachen in den Mund nehmen, sind sie besonders gefährdet. Zudem ist ihr Immunsystem noch nicht so stark ausgebildet, wie bei Erwachsenen. Hat eine Infektion stattgefunden, setzt nach ungefähr drei Tagen leichter Durchfall ein, der auch wässrig sein kann und der innerhalb weniger Stunden immer schlimmer wird. Oftmals kommen Übelkeit, Erbrechen und starke Magenschmerzen hinzu. Kinder haben häufig deutliches Fieber. Die Symptome dauernd etwa vier bis sieben Tagen an.

Behandlung und Vorsorge

Medikamente gegen das Virus gibt es nicht. Der Arzt kann lediglich Mittel verordnen, die die Symptome lindern. Ganz wichtig ist es, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und ausreichend viel zu trinken. Gerade bei Kindern kann ein Flüssigkeitsmangel schwerwiegende Folgen haben. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, ist während der Erkrankung ärztliche Betreuung ratsam. „Man kann sein Kind schützen und gegen Rotaviren impfen lassen“, sagt Peter Rupprecht. „Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Immunisierung als Schluck-Impfung für Säuglinge und sie wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.“

Die IKK classic weist aufgrund der aktuell hohen Infektionsrate darauf hin, besonders auf Hygienemaßnahmen zu achten. Ganz wichtig sei es, sich regelmäßig und gewissenhaft die Hände zu waschen. Lebensmittel, die roh verzehrt werden, wie Obst, Salat und Gemüse, sollten ebenso gründlich gewaschen werden. Hat sich ein Familienmitglied mit dem Rotavirus infiziert, sind zum Schutz der restlichen Familien besondere Hygienemaßnahmen wichtig. Es gibt Desinfektionsmittel, die gegen Rotaviren eingesetzt werden. Während der Krankheitsphase sollte alles, was der Patient benutzt hat, gesäubert werden, bei Kindern insbesondere auch das Spielzeug und die Wickelunterlage.