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(LOZ). 100.000 Euro Geldbuße für Versäumnisse bei den Getrennthaltungs-, Entsorgungs- und Dokumentationspflichten? Die zum 1. August 2017 in Kraft tretende novellierte Gewerbeabfallverordnung stellt Unternehmen vor hohe Anforderungen. Doch welche sind das genau?

„Die Verordnung bleibt bei konkreten Anforderungen an die Praxis zum Teil sehr vage. Viele Betriebe müssen sich zügig auf die verschärften Regeln einstellen, damit sie den Strafen entgehen“, betonte Kathrin Ostertag, Leiterin des Geschäftsbereiches Innovation und Umwelt bei der IHK zu Lübeck. Da die für die behördliche Überwachung nötigen Umsetzungshilfen erst für Herbst 2018 angekündigt sind und um viele der Fragen zu beantworten, die beim Lesen der Verordnung entstehen, hat die IHK Unternehmen jetzt über die neuen Regelungen und die Aufgaben für die Wirtschaft informiert.

„Betroffen sind alle Unternehmen und gewerbliche Einrichtungen, die sogenannte Gewerbliche Siedlungsabfälle oder Bau- und Abbruchabfälle erzeugen, sowie die Entsorgungswirtschaft“, sagte Ostertag. Betriebe müssen ihre erzeugten Abfälle konsequent trennen und deren Trennung sowie Verwertung oder Entsorgung dokumentieren. Gemischt gesammelte Abfälle müssen die Unternehmen in Anlagen, die spezifischen Anforderungen entsprechen, sortieren. „Das ist eine deutliche Verschärfung im Vergleich zur derzeit noch gültigen Regelung. Zudem ist die thermische Verwertung dieser gemischten Abfälle nur noch für Unternehmen möglich, die 90 Prozent ihrer gewerblichen Siedlungsabfälle getrennt sammeln. Das ist eine große Einschränkung“, stellte Kathrin Ostertag vor rund 50 Teilnehmern in der Lübecker Musik- und Kongresshalle heraus. Dr. Lutz Krahnefeldt, ein auf Abfallrecht spezialisierte Anwalt aus Hamburg, und Uwe Beger von der Buhck Umweltberatung gaben den Unternehmensvertretern Hinweise für die konkrete praktische Anwendung der neuen Verordnung.

Auch wenn vieles noch unklar ist, eins ist sicher, betont Kathrin Ostertag: „Die Unternehmen müssen sich ab dem 1. August 2017 intensiv mit der Dokumentation ihrer internen abfallwirtschaftlichen Vorgänge beschäftigen. Unsere IHK hat dafür bereits ein Merkblatt erstellt. Sie berät ihre Mitglieder bei der Anwendung der Verordnung.“ Das Angebot richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen. Größere Unternehmen mit eigenem Abfallbeauftragten und eigenen Abfallmanagement würden viele der Anforderungen bereits erfüllen. Informationen gibt es unter www.ihk-schleswig-holstein.de (Dokument Nr. 3730112).