SPD: Geesthacht könnte ein gutes Pflaster für Baugemeinschaften werden

 

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Geesthacht (LOZ). Gut besucht war die von Planungsausschussmitglied Karla Rohde moderierte Informationsveranstaltung der Geesthachter SPD zu neuen Wohnformen. Vor gut 35 Besuchern informierte Dr. Tobias Behrens, Geschäftsführer der Hamburger Stattbau GmbH, unter dem Motto „Wohnen mit Zukunft“ über neue Wohnprojekte und Baugemeinschaften, wie sie bereits laufen und erprobt sind.

„Baugemeinschaften und nachbarschaftliche Wohnprojekte gibt es seit 30 Jahren. Sie sind in Großstädten wie Hamburg fester Bestandteil der Wohnungspolitik. Es gibt sie in Form von Wohnungseigentum, aber auch organisiert als Genossenschaften – entweder für ein einzelnes Projekt oder mehrere Vorhaben. Für ein Wohnprojekt schließen sich Interessenten zusammen, sie planen und bauen gemeinsam. Sie verfolgen meist das Ziel, in einer gemeinsamen Nachbarschaft sozial eingebunden leben zu können“, skizzierte Dr. Tobias Behrens den Grundgedanken dieser doch nicht ganz so neuen Form des Zusammenlebens.

Anhand von Beispielen schilderte er die vielfältigen Möglichkeiten dieser neuen Wohnprojekte. „Ausgangspunkte ist immer eine Gruppe von Menschen, die zusammen bauen und wohnen wollen. Sie suchen sich ihre eigene Nachbarschaft und bauen dann auch gemeinsam. Dabei sind Kompromisse nötig und es dauert länger, als wenn man alleine baut. Dafür gibt es andere Vorteile – man weiß, neben wem man wohnt und gemeinsames Bauen kann Geld sparen.“ So nannte Dr. Behrens ein Wohnprojekt in der Hamburger Hafencity, das mit knapp 4.000 Euro pro Quadratmeter statt der sonst üblichen Bauträgerpreise von 6.500 Euro abgerechnet wurde.

Er warnte allerdings auch vor übertriebenen Erwartungen: „Baugemeinschaften sind kein schneller Weg zum Wohnungserwerb – es dauert mindestens 3, meistens 5 Jahre, bis alle einziehen können. Und man braucht Geduld, Durchhaltevermögen und wie bei anderen Bauvorhaben das nötige Eigengeld.“

Die Fragen der Besucher griffen diese Aspekte dann auch auf. Wie findet sich eine Gruppe Interessierter? Wie kann ein finanzieller Ausgleich zwischen gut situierten Eigentümern und jungen Familien mit weniger Geld geschaffen werden? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Was kann eine Stadt tun, um Baugemeinschaften zu unterstützen?

Hierzu gab Dr. Behrens einige Hinweise. „Eine Kommune kann Grundstücke für Wohnprojekte gezielt bereitstellen und ausschreiben. Sie kann über diese Wohnformen informieren und dafür werben.“

„Diese Anregungen wird die SPD mitnehmen und entsprechende Vorschläge in die Ausschüsse einbringen“, kündigte Karla Rohde an. „Bislang gibt es in Geesthacht noch keine Wohnformen dieser Art, aber es lohnt sich, dies im Blick zu behalten. Das B-Plangebiet Finkenweg-Nord könnte ein Anfang werden.“

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