…oder wie man sich mit fremden Federn schmücken kann.

Leserbrief des des JU- Vorsitzenden Jan Skillandat.

Seit Anfang April dieses Jahres gibt es in Büchen eine neue Wählergemeinschaft, die „Aktiven Bürger Büchen“ (ABB). Doch wer sind die Mitglieder dieser Fraktion, die auch in zahlreichen Ausschüssen vertreten ist? Die ABB wurden vom ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der CDU-Fraktion in Büchen, Markus Räth, sowie einigen anderen vormaligen CDU-Mitgliedern gegründet. Auf ihrer Homepage werben sie mit einer Politik, die bürgernah, überparteilich und kompetent sein soll und stellen Themen wie Verbesserung der Infrastruktur und sozialen Wohnungsbau in den Vordergrund.

Die angestrebte Bürgernähe äußert sich im wesentlichen in der Anwesenheit von einzelnen Mitgliedern auf Veranstaltungen in und um Büchen, die selbstverständlich auch über soziale Netzwerke verbreitet wird. Konkrete Maßnahmen, welche die Teilhabe der Büchener Bürger an der aktuellen politischen Entwicklung in Büchen verbessern würden, bleiben allerdings aus. Im Kontrast dazu wendet die CDU in Büchen konsequent ihr neues Konzept an, um mehr Büchener Bürger eine Stimme zu geben. Als Beispiel ist die Erreichbarkeit der CDU über WhatsApp zu nennen, wodurch nicht nur über aktuelle Entwicklungen zeitnah berichtet werden kann, sondern auch die Kommunikation verbessert wird, zum Beispiel bei Fragen zur CDU oder politischen Entwicklungen, welche fast in Echtzeit beantwortet werden können.

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Überparteilichkeit, mit der die ABB eine echte Alternative zu den beiden etablierten Parteien in Büchen, der CDU und der SPD, darstellen wollen. Doch wenn man das Verhalten der ABB-Mitglieder in den Ausschüssen betrachtet, entsteht leider schnell ein anderer Eindruck. Anstatt konstruktiv auf verschiedene Anträge und Meinungen einzugehen entsteht der Eindruck, dass viele Äußerungen aus persönlichen Gründen grundsätzlich gegen die ehemaligen Parteifreunde in der CDU getroffen werden.

Gerade bei den an sich selbst gestellten Ansprüchen der ABB kann man dies kritisieren, da anstatt der angestrebten Bereicherung der Büchener Parteilandschaft augenscheinlich lediglich eine „CDU-Abrechnungspartei“ gegründet wurde. 

Doch der deutlichste Kritikpunkt offenbart sich bei Betrachtung der realpolitischen Arbeit der ABB. Anstatt wie angekündigt neue Projekte anzuschieben und für Büchen bestmögliche Lösungen anzustreben, schmücken sich die Mitglieder der ABB in vielen Fällen tatsächlich nur mit „fremden Federn“.

Durch viele Pressemitteilungen entsteht der Eindruck, dass die ABB viele wichtige Projekte in Büchen mehr oder weniger alleine voranbringen. Dabei wird gezielt verschwiegen, dass die meisten Projekte entweder bereits vor Gründung der ABB begonnen wurden, oder aber von Mitgliedern der CDU oder der SPD initiiert wurden. Die ABB springt häufig lediglich auf den bereits fahrenden Zug auf, stellen sich selber aber in den Mittelpunkt der Handlung, wie sie auch in ihren Pressemitteilungen deutlich machen.

Anstatt sich wirklich auf ihre „kompetente“ Arbeit zu konzentrieren wird mehr Zeit darauf aufgewendet, den Eindruck dieser zu erzeugen. Mangelnde Initiative wird auch daran deutlich, dass die ABB sich bei dem Bau des Büchener Jugendzentrums voll und ganz auf das teure Konzept einer Begegnungsstätte für Jugendliche und Flüchtlinge konzentriert, der Begriff Jugendzentrum wird von ihnen nur höchst ungern erwähnt, statt den Büchener Jugendlichen vordergründig ein neues Jugendzentrum zu bauen steht die Begegnungsstätte für sie im Vordergrund. Auch wenn natürlich jeder Bürger und jede Bürgerin in Büchen selber entscheiden muss, welche Handlungen er von einer politischen Organisation erwartet, entsteht für einen Beobachter der Eindruck, dass eine Wählergemeinschaft mit derartigen Verhaltensweisen keine Bereicherung für die Büchener Parteilandschaft ist und keine Alternative zur Arbeit der etablierten Parteien darstellt.

Leserbriefe geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.

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