Büchen ruft zur Beobachtung von Brutplätzen auf

 

Lesezeit: 3 Minuten

Büchen (wre). Noch bis zum 30. Juni können Bürger beim Land Eingaben zu den geplanten Windenergieflächen machen. Vor allem Beobachtungen über seltene und schützenswerte Vogelarten sind dort von besonderem Interesse. „Wir bitten alle Bürger, sich auch bei uns zu melden“, sagt Büchens Bürgermeister Uwe Möller. Denn die Gemeinde wird ebenfalls eine Stellungnahme abgeben. „Und da hilft es uns, wenn wir weitere Informationen bekommen“, so Möller. Bis Mitte Juni sollten diese dem Amt vorliegen.

Vor allem die Gebiete um Pötrau und Witzeeze stehen im Fokus. Dort sollen neue Windmühlen gebaut werden. An der Strecke zwischen Büchen und Franzhagen sollen sogenannte Repowering-Flächen entstehen. „Dann hätten wir keinen Einfluss mehr auf die Höhe der Anlagen“, so Möller, „und die werden in der Zukunft eher höher werden.“ Welche Flächen derzeit für Windenergie vorgesehen sind, kann auf der Seite des Landes nachgesehen werden (hier klicken).

Derzeit gibt es keine Absprachen der Gemeinde mit Betreibern von Windenergieanlagen, auch wenn dies vereinzelt so kommuniziert wird. Die Flächen, die in Frage kommen, benötigt die Gemeinde auch selber. „Wenn dort wie vom Land geplant die Windmühlen gebaut werden, können wird keine Wohnbebauung vornehmen“, erklärt Möller. „Wir haben nichts gegen Windkraft, allerdings ist dies die falsche Fläche“, betont der Bürgermeister. Büchen ist als Entwicklungs- und Entlastungsort vom Land anerkannt. Damit gehen auch entsprechende Wohnbebauungen einher. Diese wären allerdings kaum noch möglich, wenn die Windmühlen zu nah am geplanten Bebauungsgebiet stehen. „Wir haben für unsere Planungen vom Land sogar ein Lob bekommen, und dann kam später der Plan dort Windmühlen aufzustellen“, wundert sich Möller.

„Es gibt aber auch bereits Signale von Eigentümern, die ihre Flächen nicht für Windkraft zur Verfügung stellen werden. Dazu gehört auch die Kirche“, erklärt Möller. Dem Amt liegen bereits einige Eingaben von Bürgern vor, aber man will bis zum Abgabeschluss weiter sammeln. Beteiligen können sich alle Bürger im Amtsgebiet. „Auch Flächen, die heute nicht mehr im aktuellen Plan sind, könnten jederzeit wieder dort reingenommen werden“, so Möller. So sind zwar zum Beispiel einige Flächen am Kanal derzeit nicht mehr in der Planung, aber sie könnten wieder aktiviert werden. Daher sind im ganzen Amtsgebiet die Beobachtungen wichtig.

Vor allem Beobachtungen zu Seeadler, Weißstorch, Kranich oder Rotmilan sind wichtig bei der Planung für Windenergieflächen. „Ein brütender Rotmilan führt zum Beispiel zum Ausschluss für eine neue Anlage“, erklärt Diplombiologe Dr. Stefan Greuner-Pönicke vom Büro BBS. Dort werden auch die Beobachtungen überprüft. „Das untermauert dann noch einmal die Beobachtungen der Bürger“, so Möller. Sind bereits Sichtungen der Vögel wichtig, sind Hinweise auf Brutplätze besonders interessant. „Die Zeit ist ideal, um jetzt zum Beispiel bei Spaziergängen zu beobachten wo Vögel brüten und dies dann zu melden“, so Greuner-Pönicke.

Die Hinweise zu den gefährdeten Vögeln nimmt Klimaschutzmanagerin Dr. Maria Hagemeier-Klose unter der Telefonnummer 04155 / 800 92 51 oder per Mail Maria.Klose@gemeinde-buechen.de entgegen. „Klimaschutz und Energiewende sind wichtige Themen, aber man muss auch dort abwägen. Und die geplanten Gebiete sind eben nicht ideal“, so Hagemeier-Klose. „Es gibt auch bessere Methoden zur Energiegewinnung. Eine dezentrale Erzeugung und ein dezentraler Verbrauch ist oft sinnvoller. Aber da müsste auch noch an Speichermöglichkeiten gearbeitet werden“, sagt die Klimaschutzmanagerin weiter.

Weitere Informationen und die Möglichkeit direkt Eingaben an das Landesamt zu machen gibt es hier: https://bolapla-sh.de/

Facebook Kommentare