Mode-Regeln für Frauen? Nein, danke!

Mode-Regeln für Frauen? Nein, danke! Foto: hfr

(LOZ). Blättert man die Seiten diverser Frauenmagazine durch, fällt auf, dass die meisten nicht nur von den aktuellen Modetrends berichten, sondern auch immer wieder über bestimmte Mode-Regeln informieren. So sollten kleine Frauen ihre Hosenbeine nicht umschlagen und keine zu kontrastreichen Farben tragen, da dies die Figur zusätzlich optisch stauchen könne; sehr große Frauen sollten auf spitze Schuhe verzichten, weil diese die Beine noch länger erscheinen lassen; und die Regeln für kurvige Frauen nehmen gar kein Ende. Muss das wirklich sein?

Keine knalligen Farben, keine Muster – vor allem keine Querstreifen, nichts Enganliegendes, keine Crop-Tops, keine Shorts: Das sind alles angebliche Mode-Regeln für fülligere Frauen. Doch sind solche Vorgaben in Zeiten des Plus-Size-Fashion-Booms und dank der Bemühungen der Mode-Industrie, für mehr Diversität zu sorgen, nicht passé? Beim Blick in das Mode-Sortiment von Shops wie Emilia Lay wird deutlich, dass kurvige Frauen mehr als nur schwarze Oversize-Blusen tragen können. Der Meinung sind auch die Redakteurinnen des US-amerikanischen Medienunternehmens Buzzfeed.

Aus diesem Grund haben die Buzzfeed-Redakteurinnen eine Woche lang Moderegeln für kurvige Frauen gebrochen und dabei gelernt, sich nicht mehr von anderen einreden zu lassen, dass sie bestimmte Trends mit ihrer Figur nicht mitmachen könnten. So bleibt der Spaß an Mode und am Ausprobieren neuer Trends erhalten. Schließlich soll jeder tragen, worauf er Lust hat – unabhängig von Regeln oder anderer Menschen Meinung. Die Hauptsache ist, dass man sich selbst darin wohlfühlt und sich so akzeptiert, wie man ist, ohne sich von unerreichbaren Schönheitsstandards, die die Mode-Industrie geschaffen hat, beeinflussen zu lassen.

Pfeif' auf Schönheitsstandards

Aber auch in den sozialen Netzwerken wie Instagram teilen sehr schlanke, braungebrannte und trainierte Frauen oder extrem muskulöse Männer ihre Bilder und verbreiten somit ein für viele kaum erreichbares Körperbild. Solche Fotos werden dann mit #bodygoals (im Sinne von "so einen Traumkörper möchte ich auch haben") kommentiert. Entgegen dieses Hypes des vermeintlich perfekten Körpers hat sich ein weiterer Hashtag auf Instagram etabliert: #effyourbeautystandards, was auf Deutsch so viel wie "Pfeif' auf Schönheitsideale" bedeutet. Die Nutzer, die hier ihre Fotos teilen, sind stolz auf ihren Stil und ihren Körper, egal ob sie dem vermeintlichen Schönheitsideal entsprechen oder nicht. Die Botschaft ist: Jeder ist hübsch, ganz gleich, welche Konfektionsgröße er trägt, welche Hautfarbe und welche modischen Vorlieben er hat.

Letzte Änderung am Montag, 20 März 2017 19:58