Montag, 06 März 2017 17:42

Schwarzenbeker Schüler wollen ökologischer lernen

Julia Weltin präsentiert den neuen ökologischen Thermobecher, die sie gemeinsam mit Projektbeteiligten Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig vorstellte. Julia Weltin präsentiert den neuen ökologischen Thermobecher, die sie gemeinsam mit Projektbeteiligten Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig vorstellte. Foto: W. Reichenbächer

Lesezeit: 3 Minuten

Schwarzenbek (wre). Im vergangenem November haben die Schüler des Schwarzenbeker Gymnasiums sich während einer Projektwoche um das Thema Ökologie gekümmert. Unterstützt wurden sie dabei von der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH). Doch nach der Projektwoche „Unsere Schule ist WERTvoll“ war das Thema nicht wie sonst üblich abgeschlossen. Die Schüler verfolgen weiter ihre Idee, eine umweltfreundlicher Schule zu schaffen. Mit Unterstützung von Schulleitung, AWSH und dem Projektbüro für vernetztes Denken trafen sich die Schüler nun mit Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig, um weitere Unterstützung zu bekommen.

Ein erstes Projekt brachten die Schüler auch gleich als Anschauung mit. „Wir haben einen Thermobecher aus Baumsaft, einem Nebenprodukt der Holzherstellung entworfen“, erklärt Larissa Stahmer (16). Der Becher besteht zu 100 Prozent aus zertifiziertem Material und lässt sich komplett recyceln. „Wir haben festgestellt, dass bei unserem Getränkeautomaten viel Müll durch Pappbecher anfällt“, erklärt Larissa Stahmer weiter. Dies soll künftig durch die neuen Becher vermieden werden.

„Wir wollen auch noch eine Schulfirma gründen, und dort die Becher verkaufen“, ergänzt Julia Weltin (17). Dann soll es dort auch von den Schülern selber entworfene ökologische Kleidung geben. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es tolle Sachen gibt, die auch ökologisch sind“, so Julia Welzin.

Für die Schülerfirma werden noch Gelder benötigt, um ein Büro einzurichten und für die Produktion der ersten Becher. „Dafür nimmt die Stadt gern Spenden an“, so Borchers-Seelig. Um auch Gelder von der Stadt zu bekommen, muss auch die Politik überzeugt werden. Dafür werden die Schüler am 2. Mai beim Sozial- und Kulturausschuss ihre Projekte vorstellen. Hans-Werner Hansen vom Projektbüro für vernetztes Denken hofft, dass es eine schnelle Entscheidung geben wird. „Die Schüler müssen auch die Möglichkeit zur Umsetzung ihrer Ideen haben.“ Hansen betont, dass Schwarzenbek mit dem Projekt „Unsere Schule ist WERTvoll“ ein Modellfall ist.

Ein weiteres Projekt ist die Mülltrennung in der Schule. Bisher landet der komplett in der Schule anfallende Müll in einer Tonne. „Wir haben schon mit der AWSH und der Reinigungsfirma gesprochen, damit es bald losgehen kann“, sagt Lea Weber (16). Dann sollen in jedem Klassenraum verschiedene Behälter für die Mülltrennung stehen. Umweltpädagoge Karsten Neuhaus (AWSH) begrüßt den Vorstoß der Schüler und erklärt, dass vor allem in weiterführenden Schulen die Mülltrennung noch nicht überall vorhanden ist. „Die Kitas trennen gut und auch meist die Grundschulen, aber dann hört es meist auf. Das ist natürlich kein gutes Signal für die Schüler, dass die Trennung wohl doch nicht so wichtig ist“, so Neuhaus. Wenn die Trennung gut klappt, könnte es auch für die Schule eine Kostenersparnis sein, wenn vor allem der Restmüll deutlich reduziert werden kann.

Noch ist aber auch im Rathaus die Mülltrennung nicht angekommen. „Wir arbeiten aber daran“, erklärt Ute Borchers-Seelig. Es müssen vorher noch bestehende Verträge mit der Reinigungsfirma und der Müllentsorgung geändert werden. Auch muss die „Logistik“ stimmen. „Das verursacht, ebenso wie in der Schule, zusätzliche Kosten wie zum Beispiel für weitere Mülleimer in den Büros.

Die Schüler der Schwarzenbeker Europaschule wollen aber weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen, und ihre Schule nachhaltiger und ökologischer gestalten.

Über das Projekt im vergangenem Jahr wurde auch ein Video gedreht:

Letzte Änderung am Montag, 06 März 2017 17:51

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Donnerstag, 09 März 2017 09:49 gepostet von Anne-Katrin

    Dass das Rathaus sich um die Mülltrennung noch nicht gekümmert hat, wundert mich ein bisschen. Warum muss eine Reinigungsfirma beauftragt werden, gab es keine soweit? Unabhängig von der Mülltrennung, bei so einer großen Oberfläche, die gereinigt werden muss, und zwar täglich, könnte man es sich überlegen, die Reinigung in eigene Hände zu nehmen. Ich habe einen kleinen Hofladen und habe früher immer eine Reinigungsfirma beauftragt. Später habe ich einen Marktplatz für gebrauchte Reinigungsmaschinen entdeckt und da ein gebrauchtes Gerät gekauft und eine Reinigungskraft angestellt. Seitdem habe ich mehr Kontrolle über die Qualität der Reinigung und einige Bekannten von mir haben es auch gemacht und sind zufrieden.
    Wegen der Mülltrennung: da muss man einfach sein Umweltbewusstsein wecken :-)
    VG Anne-Katrin

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