Sonntag, 16 April 2017 19:12

Die Elbe verbindet - auch musikalisch

Die Elbe verbindet - auch musikalisch Foto: hfr

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Lauenburg (LOZ). Bei der Suche nach dem musikalischen Hauptact für den diesjährigen "Kurs Elbe.Tag" kamen viele Ideen auf den Tisch: Vom Shantychor bis zum Elektropunk, von Filmmusiken um Hans Albers bis zum modernen Arbeiterlied reichten die Ideen. Die Wahl fiel schließlich auf ein ungewöhnliches deutsch-deutsches Orchesterduo: "TaBa con fuoco", das "etwas verrückte" Jugend-Akkordeonorchester, wie es sich selbst bezeichnet, aus Schleswig-Holstein, trifft auf die "FunTasten" aus Berlin, ebenfalls junge Leute am Akkordeon.

Beide Orchester werden zwischen 11 Uhr und 13 Uhr mit einem maritimen Konzertprogramm auf der Lauenburger Haupt-Bühne auftreten. Dabei werden ungewöhnliche Töne zu hören sein, denn die Klangvielfalt des Akkordeons wird oft unterschätzt. Viel zu oft erlebt man das Instrument nur in der Volksmusik. Vielleicht war genau das ein Grund für die Organisatoren zum "Kurs Elbe.Tag", sich für diese beiden Orchester zu entscheiden.

Denn das klassische "Schifferklavier" der Elbe-Schiffer kann sehr viel mehr. So werden unter anderem die Titel "Biscaya", "Ahoi" oder "La pulce d'acqua" zu hören sein, die unvergessene Filmmusik "Fluch der Karibik", von dort auch die "Carribean Fantasy", schließlich ein Udo-Jürgens-Medley, nicht zu vergessen das poppige "Sailing" und rockige Klänge wie "Smoke on the water".

Gemeinsam tritt diese Ost-West-Orchesterformation dann u. a. mit "Santiano"-Titeln, dem besten aus amerikanischen Filmhits, "Summer of 69" und - als besondere Überraschung - mit "Banks of Ohio" zu einem Text über die Elbe vor ihr Publikum.

Die beiden Orchester kennen sich seit Jahren, gemeinsam arbeiten sie im deutschland- und österreichweiten Verband der "Musikschulen Fröhlich". Schon mehrfach standen die Musikerinnen und Musiker im Alter zwischen etwa 16 und 30 Jahren zusammen auf der Bühne, besuchen sich gegenseitig zu ihren Konzerten und nehmen an nationalen Akkordeonorchester-Treffen teil, die alle drei Jahre in Brandenburg stattfinden.

Zum "Kurs Elbe.Tag" werden insgesamt etwa 45 junge Leute auf der Bühne sitzen. Eine letzte Abstimmung zum Programm gab es Mitte April zwischen den Dirigentinnen Friedel Strufe aus Osterrönfeld und Katrin Herold aus Berlin. Viele Titel werden in beiden Orchestern einstudiert, "und manchmal streiten wir schon richtig heftig, welche von unseren Interpretationen die bessere ist", so Friedel Strufe, und Katrin Herold ergänzt: "Aber wir sind uns noch immer einig geworden - im schlimmsten Fall bei einem guten Glas Wein."

Man darf also gespannt sein, wie die Elbe zum großen Fest der Elbeschifffahrt genau das aus Ost und West zusammenfügt, was in der Tat zusammengehört: in der Musik ebenso wie bei der nächsten Generation.

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