Dienstag, 28 Februar 2017 16:16

Geflügelpest: Ausgangssperre für Katzen und Leinenpflicht für Hunde

Geflügelpest: Ausgangssperre für Katzen und Leinenpflicht für Hunde Foto: W. Reichenbächer

Lesezeit: 4 Minuten

Herzogtum Lauenburg (LOZ/wre). Aufgrund weiterer Nachweise von Geflügelpest bei aufgefundenen Wildvögeln (sowohl H5N8 als auch H5N5) hat der Kreis Herzogtum Lauenburg eine neue Allgemeinverfügung mit der Festlegung von weiteren Sperr- und Beobachtungsbezirken festgelegt.

Davon ist aktuell abgesehen von zwei kleineren westlichen Bereichen fast das gesamte Kreisgebiet betroffen. Der Kreis Herzogtum Lauenburg hat auf seiner Internetseite www.kreis-rz.de neben weiteren Informationen und der geltenden Allgemeinverfügung auch eine Karte hinterlegt, auf der die genauen Abgrenzungen der Sperr- und Beobachtungsbezirke ersichtlich sind. Über die Suchfunktion ist es auch möglich, den Status für jede kreisangehörige Gemeinde zu prüfen.

Weiterhin ist unter der Durchwahl 04542 / 822 83-16 ein Bürgertelefon eingerichtet. Es befindet sich in der Dienststelle des Veterinäramtes und ist bis auf weiteres Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 12 Uhr und 14 Uhr bis 16 Uhr besetzt. Für Meldungen über tote Vögel in Lauenburg und Amt Lütau hat die zuständige örtliche Ordnungsbehörde nach wie vor ein Bereitschaftstelefon für alle Wochentage von 7 Uhr bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 04153 / 59 09-333 eingerichtet. Das Ordnungsamt stellt dann auch die Einsammlung der Tierfunde sicher.

Hunde und Katzen dürfen in Sperr- und Beobachtungsbezirken nicht frei umherlaufen (Anleinpflicht), denn es besteht die Gefahr, dass die Tiere die Viren weiterverbreiten. Ausgenommen sind der Einsatz und die Ausbildung von Jagd-, Dienst und Suchhunden in (auch von nichtbehördlichen Hilfsorganisationen) in Beobachtungsgebieten.

Kranke und/oder verletze Wildvögel sollten nicht in Tierarztpraxen oder Wildvogelauffangstationen gebracht werden. Im Falle der Infektionen hätte dieses die vollständige Desinfektion der Einrichtungen und gegebenenfalls auch Tötung kontaminierter und zuvor gesunder Tiere zur Folge. Richtig ist es, den örtlichen Jagdausübungsberechtigten zu informieren, dieses ist über jede Polizeistation möglich.

Info
Nachdem am 31. Januar2017 in einem Legehennenbestand in der Gemeinde Schwanheide/Landkreis Ludwigslust-Parchim der Ausbruch der Geflügelpest amtlich festgestellt worden ist, wurde das hochpathogene aviäre Influenzavirus im Kreisgebiet bei folgenden Wildvögeln durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) nachgewiesen:

• am 07.02.2017 bei einem in der Gemeinde Witzeeze verendet aufgefundenen Schwan (nachgewiesener Subtyp H5N8);
• am 10.02.2017 bei einem in der Gemeinde Dalldorf tot aufgefundenen Schwan (nachgewiesener Subtyp H5N8);
• am 13.02.2017 bei einem in Ratzeburg am Waldesruher Weg verendet aufgefundenen Mäusebussard (erstmaliger Nachweis des Subtyps H5N5 im Kreis Herzogtum Lauenburg);
• am 14.02.2017 bei einem in der Gemeinde Salem/Ortsteil Dargow verendeten Silberreiher (nachgewiesener Subtyp H5N8);
• am 14.02.2017 bei einem in der Gemeinde Lanze verendet aufgefundenen Mäusebussard (nachgewiesener Subtyp H5N8);
• am 17.02.2017 bei einer in Ratzeburg auf der Schlosswiese tot aufgefundenen Möwe (nachgewiesener Subtyp H5 ohne weitere Spezifizierung);
• ebenfalls am 17.02.2017 bei einem in Geesthacht am Heideweg/Finkenweg-Nord verendet aufgefundenen Schwan (nachgewiesener Subtyp H5N8);
• am 22.02.2017 bei einem im Jagdrevier Alt-Mölln II/Nord am Abfluss des Mühlenbachs in den Elbe-Lübeck-Kanal tot aufgefundenen Graureiher (nachgewiesener Subtyp H5N8);
• am 23.02.2017 bei einem in Lauenburg auf den Auwiesen verendeten Graureiher (nachgewiesener Subtyp H5N8);
• am 23.02.2017 bei einem in Ratzeburg auf der Schlosswiese tot aufgefundenen Silber-reiher (nachgewiesener Subtyp H5N8) und
• ebenfalls am 23.02.2017 bei einer in Güster an den Badeseen tot aufgefundenen Wildgans (nachgewiesener Subtyp H5N8).

Damit ist die Geflügelpest bei Wildvögeln nach der Erstfeststellung am 12.11.2016 in Ratzeburg am Großen Küchensee nunmehr an zahlreichen weiteren Orten im Kreisgebiet amtlich festgestellt.

Zur Bekämpfung der Geflügelpest und zur Verhütung einer Übertragung der Tierseuche von Wild-vögeln auf Hausgeflügelbestände werden um die Fundorte der mit dem Geflügelpesterreger infizierten Wildvögel in den zuvor nicht betroffenen Gebieten neue Wildvogelgeflügelpest-Sperrbezirke festgelegt. Für den bereits bestehenden Wildvogelgeflügelpest-Sperrbezirk Witzeeze und Umgebung ergibt sich eine Ausweitung und für den ebenfalls seit Längerem bestehenden Wild-vogelgeflügelpest-Sperrbezirk Ratzeburg und Umgebung eine erneute Festlegung und damit eine weitere Verlängerung der Schutzmaßregeln. Die um diese Wildvogelgeflügelpest-Sperrbezirke festzulegenden Wildvogelgeflügelpest-Beobachtungsgebiete verschmelzen durch teilweise Über-lagerung zu einem großflächigen zusammenhängenden Wildvogelgeflügelpest-Beobachtungs-gebiet, das mit Ausnahme von einigen Gemeinden im westlichen Bereich des Amtes Sandes-neben-Nusse und des Amtes Schwarzenbek-Land den überwiegenden Teil des restlichen nicht zu den Wildvogelgeflügelpest-Sperrbezirken und dem fortbestehenden Geflügelpest-Beobachtungsgebiet Büchen/Lauenburg gehörendem Kreisgebiet umfasst.

Hier klicken, um zu der aktuellen Karte mit den Sperr- und Beobachtungsgebieten zu kommen

Letzte Änderung am Dienstag, 28 Februar 2017 16:31

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