Montag, 27 Februar 2017 19:11

Evangelische Positionen zu aktuellen Themen auf Kirchenkreis-Homepage

Pröpstin Frauke Eiben und Pröpstin Petra Kallies beginnen am Aschermittwoch mit einer Reihe „Hier stehe ich! Evangelische Positionen“. Pröpstin Frauke Eiben und Pröpstin Petra Kallies beginnen am Aschermittwoch mit einer Reihe „Hier stehe ich! Evangelische Positionen“. Foto: hfr

Beginn am Aschermittwoch 2017 mit Standpunkt zum Thema Rechtspopulismus

 

Lesezeit: 4 Minuten

(LOZ). Was sagt denn die evangelische Kirche zu……? Diese Frage wird immer wieder an Christen herangetragen. Egal, ob es um den Schutz des ungeborenen Lebens oder um Sterbehilfe geht, an vielen Wendepunkten des Lebens zwischen Anfang und Ende, aber auch bei anderen brisanten Themen stellt sich die Frage nach einer evangelischen Position. Der gläubige Mensch kann nicht schweigen, wenn es um den Menschen geht.

Im Jubiläumsjahr der Reformation werden Theologinnen und Theologen unter der Überschrift „Hier stehe ich!“ auf der Homepage des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg evangelische Standpunkte formulieren zu Fragen, die aktuell bewegen. Beginn ist am Aschermittwoch 2017. Pröpstin Petra Kallies formuliert ihren Standpunkt zum Thema Rechtspopulismus. In der Woche darauf folgt am Mittwoch, 8. März, Pröpstin Frauke Eiben mit einem Standpunkt zum Thema Gerechtigkeit. Das Motto „Hier stehe ich!“ erinnert an den Reformator Martin Luther, der vor 500 Jahren seine Meinung über den Glauben, die Bibel und die Haltung dazu furchtlos formuliert – und damit die Reformation ausgelöst hat. Die Reihe „Standpunkte“ ist eine von vielen Aktionen, die unter der der Überschrift „Mut Macht Mensch“ im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg das Reformationsjubiläum in die heutige Zeit übertragen.

Aber: „Die eine“ evangelische Position gibt es nicht. Das liegt nicht etwa daran, dass sich evangelische Christen nicht einigen könnten. „Die eine evangelische Position gibt es nicht, weil nach evangelischem Verständnis jeder Christ seinem eigenen Gewissen gegenüber verantwortlich ist“, betonen die Pröpstinnen Petra Kallies und Frauke Eiben. Die Erkenntnis der Reformatoren war: Nicht die Kirche gibt vor, was zu glauben ist, sondern jeder einzelne Mensch soll selber denken und sich ein eigenverantwortliches Urteil bilden. Immer in Auseinandersetzung mit der Bibel und der Botschaft von Jesus Christus. „Evangelische Positionen entstehen immer dort, wo ernsthaft darum gerungen wird, heutige Fragestellungen im Sinne der christlichen Botschaft zu beantworten“, so die Pröpstinnen.

Manchmal komme es da innerhalb der evangelischen Kirche zu unterschiedlichen Einsichten und Akzenten. „Das ist aus unserer Sicht kein Fehler, sondern eine Chance zur Diskussion“, sagen die Pröpstinnen. Denn es ist typisch evangelisch, dass die eigene Meinungsbildung im Dialog geschieht. So diskutiert und entscheidet der mehrheitlich ehrenamtlich besetzte Kirchengemeinderat beispielsweise über die Frage, wie man die Integration von Flüchtlingen unterstützen kann. In einer Gemeindeversammlung werden dazu Stimmen eingefangen. Manchmal bilden sich Arbeitsgruppen in den Diensten und Werken, die sich mit Themen wie Trauer oder Einsamkeit auseinandersetzen. Vor Themensynoden werden Experten eingeladen und in Arbeitsgruppen Vorlagen erarbeitet.

Haupt- und Ehrenamtliche ringen so gemeinsam immer wieder neu um evangelische Standpunkte zu wichtigen Fragen des Lebens. Auf der Homepage des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg werden nun kirchliche Amtsträger ihre Position zu einem Thema veröffentlichen. „Wir wollen damit zu einer Diskussion im Namen der Kirche anregen mit dem Ziel, dass sich evangelische Christinnen und Christen ihr eigenes Bild machen und eine eigene Position vertreten können“, sagen Petra Kallies und Frauke Eiben.

Der Beginn am 1. März ist kein Zufall. „Wir beginnen am Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit“, so die Pröpstinnen. Sieben Wochen lang - bis Ostern - verzichten Christen 40 Tage lang lang auf etwas, das ihr Leben beschwert. Zigaretten. Fettes Essen. Böse Worte. Oder sie ergänzen ihr Leben sieben Wochen lang um etwas, dass es reicher macht. Sport. Ein tägliches Kompliment. Ein täglicher Spaziergang. Oder eben eine Meinung zu einem komplexen Thema. „Zur Fastenzeit gehört auch, über den Glauben und über das eigene Leben nachzudenken. Dazu wollen wir anregen.“

Sieben Wochen mit Standpunkten. Evangelische Positionen erscheinen ab Aschermittwoch 2017 sieben Wochen lang immer Mittwochs unter www.kirche-LL.de.

Letzte Änderung am Montag, 27 Februar 2017 19:20

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