Montag, 06 März 2017 09:31

Die neuen Us für Kinder - was jetzt anders ist

In den neuen Us rücken neben der körperlichen Entwicklung der Kinder auch die emotionale, soziale und psychische Kompetenz in den Blickpunkt. In den neuen Us rücken neben der körperlichen Entwicklung der Kinder auch die emotionale, soziale und psychische Kompetenz in den Blickpunkt. Foto: AOK

AOK zu den erweiterten Früherkennungsuntersuchungen

 

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Geesthacht (LOZ). Die wichtigen Früherkennungsuntersuchungen für Kinder (U1 bis U9) sind jetzt komplett überarbeitet worden. "Mit dem erweiterten Angebot legen Kinder- und Jugendärzte künftig noch mehr Wert auf psychische und soziale Aspekte und achten noch intensiver auf die Betreuungssituation und besondere Belastungen in der Familie", so AOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens. So ist es möglich, auch psychische Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten frühzeitig zu erkennen beziehungsweise ihnen vorzubeugen.

Im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr erhalten die emotionale und soziale Entwicklung des Kindes einen noch höheren Stellenwert. Der Kinder- und Jugendarzt überprüft beispielsweise, ob das Baby in Anwesenheit von Mutter oder Vater zufrieden wirkt. Wechselt es mit sieben Monaten das Spielzeug zwischen den Händen? Spielt das Kind mit zwei Jahren bereits 15 Minuten alleine, auch wenn Mutter oder Vater nicht im Zimmer sind? Kann es mit sechs Jahren auf einem Bein hüpfen und lädt andere Kinder zu sich ein?

Neu hinzugekommen ist auch eine Reihenuntersuchung von Neugeborenen auf Mukoviszidose. Bei der Mukoviszidose führt eine Genveränderung zu einer Störung des Salzaustausches in den Drüsenzellen. Zähflüssiger Schleim bildet sich in den Atemwegen und anderen Organen, die sich dauerhaft entzünden. Mit dieser Untersuchung wird das etablierte Neugeborenen-Screening ergänzt, das viele angeborene Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen erfassen kann

Wichtig ist, dass die Eltern die vorgegebenen Zeiträume zwischen den einzelnen Untersuchungen einhalten. Zur Orientierung und Dokumentation bekommen sie das sogenannte Gelbe Heft. Die neue Version des Gelben Heftes erhalten Kinder bis zur U6, ab der U7 dokumentiert der Arzt die Ergebnisse auf Einlegeblättern. Neu ist auch eine abtrennbare Teilnahmekarte, auf der die bisher wahrgenommenen U-Untersuchungen dokumentiert werden. Die Teilnahmekarte ist als Nachweis für die Wahrnehmung der U-Untersuchungen ausreichend. Eltern können sie bei Bedarf zum Beispiel bei Behörden, Kindertagesstätten, Schulen oder Jugendämtern vorweisen.

Bei den Früherkennungsuntersuchungen mit dem dazugehörigen gelben U-Heft kann der Kinder- und Jugendarzt in regelmäßigen Abständen prüfen, ob sich der Nachwuchs gesund und altersgemäß entwickelt - körperlich, geistig und seelisch. Die U1 findet als erste Untersuchung direkt nach der Geburt statt und die U9 kurz vor dem Schuleintritt, wenn das Kind etwa sechs Jahre alt ist. Ziel ist es, Erkrankungen oder Entwicklungsverzögerungen noch frühzeitiger erkennen und behandeln zu können. Die AOK NordWest übernimmt nach der U9 zusätzlich noch die Kosten für die U10, zur Erkennung von Entwicklungsstörungen wie Schulleistungsstörungen oder Störungen der motorischen Entwicklung bei Kindern im Alter von sieben bis acht Jahren. Und für neun- bis zehnjährige Kinder die U11, zur Erkennung eines problematischen Umgangs mit Suchtmitteln und die Unterstützung von gesundheitsbewussten Verhalten.

Letzte Änderung am Montag, 06 März 2017 09:36

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