Samstag, 05 November 2016 19:33

Experte bekräftigt: Geesthacht ist beim Wohnungsbau auf dem richtigen Weg

Experte bekräftigt: Geesthacht ist beim Wohnungsbau auf dem richtigen Weg Foto: hfr

Geesthacht (LOZ). Kurzweilig und informativ war die gut besuchte Veranstaltung der Geesthachter SPD zum Wohnungsbau unter dem Titel „Wohnungsbau-Offensive – Wie kommen wir voran?“. Unter den Gästen waren u.a. die SPD-Bundestagsabgeordnete Nina Scheer, WoGee-Geschäftsführer Markus Prang und Geesthachts Erster Stadtrat Dr. Miebach.

Der unter Schwarz-Grün berufene ehemalige Hamburger Wohnungsbaukoordinator und frühere SAGA-Vorstand Michael Sachs schilderte eindrucksvoll, mit welchen Maßnahmen Hamburg sein Wohnungsbauprogramm seit 2011 angekurbelt hat. Heute zählt der Hamburger Weg zu nachhaltigem Wohnungsbau zu den Erfolgsgeschichten.

Hamburg hatte frühzeitig erkannt, dass es nach Jahren der Stagnation im Wohnungsbau Wohnungen wieder knapp werden. Die Zunahme an Singlehaushalten, die Attraktivität der Städte und wachsende Ansprüche führten zu größerer Nachfrage. So ist die Wohnfläche pro Person von 15 auf heute 40 Quadratmeter gestiegen und es gibt in Hamburg noch 18 Prozent Haushalte mit Kindern. „Dies führte fast explosionsartig zu einer neuen Wohnungsnot in Hamburg bei gleichzeitigem Stillstand im Mietwohnungsbau. Bürgermeister Olaf Scholz hat deshalb 2011 das Bündnis für Wohnen ins Leben gerufen. Wohnungsbau geht nur mit den Akteuren am Wohnungsmarkt. Parteien bauen keine Wohnungen. Dafür braucht es Wohnungsbaugenossenschaften, andere private Investoren oder städtische Wohnungsbaugesellschaften“, so Michael Sachs zum Hamburger Modell, das heute ein innerdeutscher Exportschlager ist.

Gemeinsam wurde unter der Regie des Hamburger Bürgermeisters überlegt, wie der Wohnungsbau angekurbelt und nachhaltig gesichert werden kann. „In Hamburg sind heute 30 Prozent Sozialwohnungen der generelle Standard bei Wohnungsbauvorhaben. Die 30 Prozent fordern wir auch von privaten Investoren. Dafür können sie von der Stadt verlässliche und zügige Plan- und Genehmigungsverfahren erwarten.“

Bewährt hat sich in Hamburg die sogenannte Konzeptausschreibung. Für städtische Grundstücke werden planerische und stadtentwicklungspolitische Vorgaben formuliert. Die Investoren können dann unter diesen Rahmenbedingungen ihr Kaufpreisangebot abgeben.

Der Geesthachter Politik bescheinigte Michael Sachs, mit ihrem Ansatz einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft und Vorgaben zum Sozialwohnungsbau auf dem richtigen Weg zu sein. „Geesthacht wird als Wohnstandort von der Attraktivität Hamburgs profitieren. Wohnungen im mittleren Preissegment werden immer Mieter finden. Sie sind mit 3 Prozent eine gute Investition und rechnen sich. Von einer möglichen Immobilienblase werden sie nicht betroffen sein.“

An den Vortrag schloss sich eine rege Diskussion mit dem Referenten an. Gefragt wurde nach Erfahrungen mit Sozialwohnungen im betreuten Wohnen, Bauherrengemeinschaften und generationen-übergreifendem Wohnen, der ausgesetzten Hamburger Stellplatzverordnung oder auch nach den Hamburger Förderwegen.

„Das wird nicht die letzte SPD-Veranstaltung zum Thema Wohnungsbau mit externen Experten gewesen sein“, versprach der SPD-Vorsitzende Hans-Werner Madaus.

Letzte Änderung am Samstag, 05 November 2016 19:43

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