Mittwoch, 18 Mai 2016 17:39

Geesthacht baut weitere Sozialwohnungen

Geesthacht baut weitere Sozialwohnungen Foto: W. Reichenbächer

Innenminister Studt lobt schnelle Umsetzung

 

Geesthacht (LOZ). Lange Zeit ist in Geesthacht im sozialen Wohnungsbau nichts passiert. Die Quittung bekommt der Geesthachter Wohnungsmarkt heute, denn es fehlt dringend bezahlbarer und moderner Wohnraum. Daher hat sich die Kommunalpolitik schon vor drei Jahren entschieden, ihren kleinen Wohnungsbestand von 170 Wohnungen zu professionalisieren und ihn in einer eigenen GmbH & Co. KG zu privatisieren. Das Vorhaben wurde mit einem klaren Auftrag ausgestattet: Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums.

Der erste erfolgreiche Schritt ist getan. Heute feierte die Wohnraumentwicklung Geesthacht GmbH & Co. KG (WoGee) ihr erstes Richtfest. In der Hugo-Otto-Zimmer-Straße in Düneberg entstehen in drei Baukörpern 36 Wohneinheiten, von denen 28 von der Investitionsbank Schleswig-Holstein gefördert werden. Sie können nur mit Wohnberechtigungsschein belegt werden und kosten maximal 5,65 €/m2 kalt.

Neben der Bezahlbarkeit von Wohnraum steht bei diesem Projekt auch die Barrierefreiheit im Vordergrund. So sind zehn Wohnungen rollstuhlgerecht ausgestaltet und 14 Wohnungen barrierearm.

„Das ist ein großer Erfolg, nicht nur für die WoGee selbst, sondern insbesondere für den Geesthachter Wohnungsmarkt. Dies wird bei der Betrachtung der Zahlen besonders deutlich. In den vergangenen sechs Jahren sind im gesamten Kreis Herzogtum Lauenburg pro Jahr im Schnitt nur etwa 20 Sozialwohnungen entstanden, während es in Geesthacht in den letzten 10 Jahren sogar keine einzige war“, so Geschäftsführer Markus Prang.

Die heutige Feier zeige, dass das WoGee-Modell der Geesthachter Kommunalpolitik eine absolut richtige Entscheidung war. Mit der WoGee wurde ein funktionierendes und wohnungsmarktpolitisch wirksames Werkzeug geschaffen, freute sich Prang währen des Richtfestes.

Dass die WoGee in ihrer Entwicklung vom Innenminister begleitet wird, hat Tradition. Schon bei der Gründung hat der damalige Innenminister Breitner die Gesellschaft unterstützt und sich das Model in Geesthacht erläutern lassen. Stefan Studt ließ es sich nicht nehmen, trotz weiterer Verpflichtungen das Richtfest zu besuchen. In seiner Rede lobte er die schnelle Umsetzung in Geesthacht, und machte deutlich, dass bezahlbarer Wohnraum künftig an Bedeutung gewinnen werde. „Wer keinen bezahlbaren Wohnraum vor Ort findet, zieht dann eben weg“, mahnte Studt. Dabei dankte er der Stadt, die mit dem Bau Verantwortung für ihre Bürger übernommen hat. Der Innenminister versprach, in der zweiten Junihälfte noch einmal nach Geesthacht zu kommen, um sich dann einmal einen Tag lang gemeinsam mit Bürgermeister Olaf Schulze die Situation in der Stadt anzusehen.

 

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Foto: W. Reichenbächer

 

WoGee-Geschäftsführer Markus Prang: „Unser Anspruch war es, bei unserem Pilotprojekt zu zeigen, was möglich ist. Bezahlbarer Wohnraum, gekoppelt mit Barrierearmut, entspricht der gesellschaftlichen Entwicklung. Der Bedarf bei den Rentnern steigt, diese haben im Alter jedoch kein großes Einkommen zur Verfügung.“ Stefan Studt ergänzt, dass auch die Flüchtlinge auf dem Wohnungsmarkt versorgt werden müssen.

Bürgermeister Olaf Schulze zeigte sich ebenfalls erfreut über den schnellen Fortschritt beim Wohnungsbau in Geesthacht. „Die ersten Schritte sind gemacht“, so Schulze. Man sei auf dem richtigen Weg, um auch für einkommensschwache Familien Wohnraum zur Verfügung stellen zu können.

Markus Prang, der auch Geschäftsführer der Stadtwerke Geesthacht GmbH ist, betont zusätzlich die energetische Nachhaltigkeit des Projekts. „Die Gebäude werden, wie das gesamte Quartier, an eine hocheffiziente KWK-Anlage der Stadtwerke angeschlossen. Somit können wir den Mietern günstige und ökologische Wärme zusichern.“

Die ersten Mieter können Anfang des nächsten Jahres einziehen. Da sich viele Interessenten bei der WoGee melden, sind die nächsten Projekte bereits geplant. Ein Beschluss für den Bebauungsplan für das Vorhaben im Heineweg in Grünhof ist letzte Woche gefasst worden.

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