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Dienstag, 31 Januar 2017 20:30

Stell dir vor es ist Wahl, und alle gehen hin

Stell dir vor es ist Wahl, und alle gehen hin Foto: W. Reichenbächer

Von Wolfgang Reichenbächer

Lesezeit: 2 Minuten

So langsam laufen sich die Kandidaten zur Landtagswahl am 7. Mai warm. Schon jetzt wird der Ton rauer, es wird auf die Fehler der Anderen verwiesen. Empfänger dieser Reden und Mitteilungen sollen die Wähler sein. Doch die hören schon oft gar nicht mehr zu. „Es ist ja ohnehin egal wen man wählt, die machen eh was sie wollen“, ist eine weit verbreitete Meinung.

Das lässt sich auch an der Wahlbeteiligung ablesen. Fast kontinuierlich nimmt die Beteiligung seit den 1970er Jahren ab. Die größte Beteiligung gab es 1983 mit 84,8 Prozent. 2012 waren es dann nur noch 60,2 Prozent. Der Trend ist auf allen Ebenen merkbar wo politische Vertreter gewählt werden.

Aber gerade jetzt ist es an der Zeit den Trend umzudrehen, die Wahlhelfer mit vielen abgegebenen Stimmzetteln zu „ärgern“, und geschlossen zur Wahl zu gehen. In einer immer unsicherer werden Welt sollten die knapp 40 Prozent der Wahlberechtigen in diesem Jahr ihre Chance nutzen, und zur Wahl gehen. Denn gerade in diesem Jahr könnte der Ausgang spanend werden. Kann die Regierung aus SPD, Grüne und SSW weitermachen, oder bekommt die CDU eine erneute Chance? Bleibt die FDP im Landtag? Wo landet die AfD? Die große Zahl der Nichtwähler hat es in der Hand. Auch bestimmen sie, ob es im Landtag einen Rechts- oder Linksruck geben wird.

Bevor es am 7. Mai aber zur Wahl geht, sollten die Wähler die Chance nutzen sich auf Wahlveranstaltungen zu informieren. Auch der Besuch des Internetauftritts der Parteien bietet Aufschluss über das, was einen künftig zu erwarten hat. Denn es gibt sie immer noch, die Stammwähler. Was für die Parteien eine tolle Sache ist, ist aber eigentlich schon verwunderlich, wenn das Kreuz gesetzt wird, ohne vorher einmal in das Wahlprogramm zu sehen. So mancher Wähler ist mit der Auswahl seines Stromanbieters sorgfältiger als bei der Wahl. Dabei haben diese doch einen erheblichen Einfluss nicht nur auf den Strompreis, sondern auch auf die Lebensbedingungen im Land.

Wer jetzt also seine Chance verpasst mitzubestimmen, wer den Kurs im Land bestimmt, darf sich dann später auch nicht beschweren über Parteien, die sie lieber nicht im Parlament gesehen hätten, oder über eine Politik, die an den eigenen Wünschen vorbeigeht. Auch wer sich nicht komplett in einem Wahlprogramm wiederfindet, und dies sind viele Bürger, können durch die „Wahl des kleineren Übels“ immer noch „schlimmeres“ verhindern.

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